Vorbereitung des 07. 10. 2023

Eine Frage, die ich mir seit dem 07. Oktober 2023 wieder und wieder gestellt habe, war diese: 

 

Wie konnte das geschehen? 

 

... Hatte doch Israel einen der besten Geheimdienste und eine der besten Streitkräfte der Welt. Mehrfach hatten sie ihre Schlagkraft bewiesen. Und Israel und die Israelis konnten sich durch die Stärke dieser Einheiten doch sicher fühlen. Das hatte ich auch immer wieder von meinen Besuchen als Gefühl von dort mitgenommen! Oft habe ich nach der Sicherheit in Israel Fragenden, über diese Frage etwas irritiert, geantwortet: "Ich fühlte mich in keinem anderen Land, in dem ich bisher war, sicherer."

Der "Löwe Juda" war doch bereit zum Zurückbeißen, er war wehrfähig, er war bereit, sich stets zu verteidigen und immer wachsam. Oft hatte er dies unter Beweis gestellt.

 

Wie mir Daniela und auch Ralph, über den sie später noch mehr erfahren werden, bestätigt haben, stellt sich die Bevölkerung Israels seit dem 07. Oktober ebenfalls diese Frage. Und wie mir beide auch bestätigt haben, hatten auch sie dieses Gefühl, das ich als mein Gefühl oben beschrieben habe.

 

Jedoch nur Eingeweihte bekamen mit, dass etwas nicht stimme, dass etwas auf die Israelis zukomme. Wir werden später noch darauf eingehen....

Wie neuerdings veröffentlichte Hamas-Dokumente beweisen, war die Hamas lange vor dem 07. Oktober schon mitten in den Vorbereitungen auf dieses Massaker. Es war der perfide Plan eines Mannes mit dem Namen Yahya Sinwar. 

Selbst einen Atomschlag Israels als Antwort auf den 07. Oktober nahm Sinwar in kauf. Dies wird ebenfalls durch neueste interne Hamas-Dokumente bewiesen. Das Dokument wurde vom Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center (ITIC) im Rahmen einer laufenden Offenlegung von Hamas-Dokumenten veröffentlicht, die die IDF während ihrer Gegeninvasion in Gaza erbeutet hatte.

 

"Der Feind wird nicht zögern, alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel und Waffen einzusetzen, nicht nur durch Angriffe, sondern auch mit anderen Mitteln", schrieb Sinwar. Er könnte sogar eine Atombombe einsetzen. Doch zuerst wird er vom Angriff überrascht sein und ins Chaos stürzen. Als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme sollte eine Volksoperation organisiert werden, um in die Dörfer zurückzukehren und sie symbolisch wieder zu besetzen. Diese Kampagne ist ein Kampf von Leben und Tod, und es wird Leben geben, mit Allahs Hilfe."  

 

Trotz seiner Sorge, dass ein reales Risiko bestehe, dass Israel als Reaktion auf eine Invasion Atomwaffen einsetzen könnte, gab er seine messianische Vision nicht auf und betonte, dass es ein 'Kampf um Leben und Tod' sein würde, selbst wenn der Preis die Zerstörung weit über den Gazastreifen hinaus wäre.

 

Das neue Dokument behandelte außerdem eine Invasionsstreitmacht von bis zu 10.000 Hamas-Kämpfern für mehr als 200 israelische Gemeinden und IDF-Außenposten. Spätere Versionen des Plans und der eigentlichen Invasion hatten etwa 2.000 Hamas-Terroristen in der ersten Welle, eine ähnliche Zahl in der zweiten Welle und etwa 1.600 untrainierte Gazaner in einer unorganisierten dritten Welle.

 

Eine Analyse der ITIC von sechs Dokumenten, die "Jerusalem Post" eingesehen hat, zeigte die Entwicklung der geheimen Pläne der Hamas von 2022 bis 2023, Israel systematisch in Selbstzufriedenheit zu täuschen und die IDF während des Massakers vom 7. Oktober zu überraschen.

 

Obwohl inzwischen bereits viel über die Täuschung der Hamas bekannt ist, waren diese Originaldokumente der Öffentlichkeit zuvor nicht zugänglich gewesen. Sie enthüllten eine Vielzahl neuer Puzzleteile, um die Strategie und Taktik der Hamas zu verstehen.

Ein Dokument vom 13. September 2022 trug den Titel "Aufbau eines strategischen Täuschungsplans, der die Grundlage für einen Überraschungsangriff der Hamas auf Israel sein wird." Vielleicht trug so auch die Hamas selbst dazu bei, dass sich der "Löwe Juda" täuschen ließ, sich halbwegs in Sicherheit fühlte?

 

Zumindest der Kopf des Löwen (entscheidende Teile der Regierung um Benjamin Netanyahu, auch scheinbar er selbst) wog sich in falscher Sicherheit. Denn Geheimdienst und auch hohe Militärs warnten schon Monate vor dem grauenvollen Tag, dass etwas geschehen könnte, was Israel so noch nicht erlebt hatte. Gerade hier auch stellen die Israelis laute Fragen, werden jedoch nicht gehört und bekommen schon gar keine Antwort. Ein Untersuchungsausschuss, der in weiten Teilen der Bevölkerung gefordert wird, lässt auf sich warten, zumindest sicherlich solange Netanyahu im Amt ist. Die Opposition hat Aufklärung versprochen. Die nächsten Wahlen stehen an.... 

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