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Vom 06. bis 10. Juli 2026 war ich in Israel. 

 

Schon oft war ich dort und habe dabei dieses Land als faszinierend erfahren. Die Landschaft, die Menschen, die Religion, die Geschichte.... alles das ist dort so vielfältig und hat die Menschen dort geprägt, über die Zeit hinweg, bis in die Gegenwart.

 

Auch das "Heute" formt die Menschen in diesem Land, wie sie leben und wie sie empfinden. Und die meisten, denen ich begegnet bin, sind stolz auf ihr Land, auf das, was die Israelis geschaffen und erreicht haben, Juden, Christen, muslimische Drusen und andere.  Sie sind stolz darauf, dass sie durch Forschung und Arbeit das Land, das ihnen nach dem Holocaust von der UN gegeben wurde, fruchtbargemacht haben, wie sie in der Computertechnik weltweit mit an erster Stelle stehen, wie sie sich in mehreren Kriegen, umringt und angegriffen von muslimisch geprägten Staaten, zur Wehr gesetzt haben, wie sie ein modernes und offenes Israel geschaffen haben. Das Wort vom "Stolz auf das Land sein" hat dort keinen negativen Beigeschmack wie in Deutschland. Man lebt diesen Stolz auch aus, nicht überheblich, sondern froh und auch selbstkritisch.

 

So nur konnte Israel zu dem werden, was es heute ist, zur einzigen Demokratie im Nahen Osten. Auch die Demokratie in Israel hat ihre Schwächen: ultra-orthodoxe Juden zum Beispiel, die meinen, von der Gesellschaft nehmen zu können, aber nicht geben zu müssen und den Staat Israel eigentlich ablehnen,... radikale Siedler, die auf Rechte anderer Menschen keine Rücksicht nehmen und auch schonmal zur Waffe greifen, um zu zeigen, wer meint, das Sagen haben,... Politiker, die ihre Ansichten und ihr Handeln über das Gesetz stellen. In welcher Demokratie aber gibt es das nicht!? Diese Frage und Feststellung zugleich soll keine Rechtfertigung sein!

Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel (Auszug)

Im Land Israel entstand das jüdische Volk. Hier prägte sich sein geistiges, religiöses und politisches Wesen. Hier lebte es frei und unabhängig. Hier schuf es eine nationale und universelle Kultur und schenkte der Welt das Ewige Buch der Bücher.

Durch Gewalt vertrieben, blieb das jüdische Volk auch in der Verbannung seiner Heimat in Treue verbunden. Nie wich seine Hoffnung. Nie verstummte sein Gebet um Heimkehr und Freiheit.

Beseelt von der Kraft der Geschichte und der Überlieferung, suchten Juden aller Generationen in ihrem alten Lande wieder Fuß zu fassen. 

 

Die Katastrophe, die in unserer Zeit über das jüdische Volk hereinbrach und in Europa Millionen von Juden vernichtete, bewies unwiderleglich aufs Neue, dass das Problem der jüdischen Heimatlosigkeit durch die Wiederherstellung des jüdischen Staates im Lande Israel gelöst werden muss, in einem Staat, dessen Pforten jedem Juden offenstehen, und der dem jüdischen Volk den Rang einer gleichberechtigten Nation in der Völkerfamilie sichert.

 

Am 29. November 1947 fasste die Vollversammlung der Vereinten Nationen einen Beschluss, der die Errichtung eines jüdischen Staates im Lande Israel forderte. Sie rief die Bewohner des Landes auf, ihrerseits zur Durchführung dieses Beschlusses alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen. Die damalige Anerkennung der staatlichen Existenzberechtigung des jüdischen Volkes durch die Vereinten Nationen ist unwiderruflich.

Gleich allen anderen Völkern, ist es das natürliche Recht des jüdischen Volkes, seine Geschichte unter eigener Hoheit in einem eigenen souveränen Staat selbst zu bestimmen.

 

Wir beschließen, dass vom Augenblick der Beendigung des Mandates, heute um Mitternacht, dem sechsten Tage des Monats Ijar des Jahres 5708, dem 15. Mai 1948, bis zur Amtsübernahme durch verfassungsgemäß zu bestimmende Staatsbehörden, doch nicht später als bis zum 1. Oktober 1948, der Nationalrat als vorläufiger Staatsrat und dessen ausführendes Organ, die Volksverwaltung, als zeitweilige Regierung des jüdischen Staates wirken sollen. Der Name des Staates lautet Israel.

 

Wir wenden uns an die Vereinten Nationen mit der Bitte, dem jüdischen Volk beim Aufbau seines Staates Hilfe zu leisten und den Staat Israel in die Völkerfamilie aufzunehmen.

Wir wenden uns – selbst inmitten mörderischer Angriffe, denen wir seit Monaten ausgesetzt sind – an die in Israel lebenden Araber mit dem Aufrufe, den Frieden zu wahren und sich aufgrund voller bürgerlicher Gleichberechtigung und entsprechender Vertretung in allen provisorischen und permanenten Organen des Staates an seinem Aufbau zu beteiligen.

Wir reichen allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und zu guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfe mit dem unabhängigen hebräischen Volk in seiner Heimat auf.

 

Mit Zuversicht auf den Fels Israels setzen wir unsere Namen zum Zeugnis unter diese Erklärung, gegeben in der Sitzung des provisorischen Staatsrates auf dem Boden unserer Heimat in der Stadt Tel Aviv. Heute am Vorabend des Sabbat, dem 5. Ijar 5708, 14. Mai 1948.

Mit meiner Reise wollte ich in Erfahrung bringen, was am 07. Oktober 2023, jenem Schicksalstag in der Geschichte Israels, geschehen war, was den "Löwen Juda" erschüttert hatte.  Denn ich hatte und habe das Empfinden, dass Informationen, die es hier gibt, gefärbt und gesiebt sind von den jeweils politisch geprägten Gruppen und Gruppierungen und ihren Auseinandersetzungen untereinander und auch von den Medien. Auch macht mich, das gebe ich zu, der mehr und mehr nach diesem Schicksalstag wieder aufkeimende Antisemitismus wütend. Es macht mich wütend, dass dieser Tag, der voller Leid und Bestialität für Israel war, für den politischen Schlagabtausch inzwischen weltweit missbraucht wird, auch in Deutschland. Ich wollte Zeit- und Ereigniszeugen sprechen. Ich wollte Orte des Geschens sehen. 

Durch die Hilfe von Daniela Epstein, die ich in Zerbst bei einer Verlegung von Stolpersteinen kennengelernt hatte, und die in Israel lebt, mir inzwischen zu einer Freundn geworden ist, wurde dieses Vorhaben Realiät. 

Danke Daniela!

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